Während drei Tagen im November steht die Buchwelt in Basel Kopf. Am internationalen Literaturfestival BuchBasel finden jährlich über 70 Veranstaltungen mit über 100 regionalen, nationalen und internationalen Gästen und rund 6'000 Besucher*innen ...
Robert Misik: Erziehung zur Grausamkeit
Robert Misik untersucht in Erziehung zur Grausamkeit die Massenpsychologie des neuen Faschismus. Seine These: «Das verhetzte Individuum fällt nicht vom Himmel. Es wird gemacht.» Diese aggressive Beeinflussung vom Rechtspopulismus hin zum Rechtsradikalismus schürt Wut und Verbitterung, verwandelt Anhänger*innen in paranoide Charaktere und nährt einen Kult der Härte und Grausamkeit. Robert Misik fragt: Wer ist für das Autoritäre besonders empfänglich, welche Pathologien unserer Zeit begünstigen den Aufstieg der radikalen Rechten und was geschieht mit Menschen, die in die Fänge der Propaganda geraten?
Die Reihe im Kopf von … der Kaserne Basel und des Werkraums Schöpflin lädt Denker*innen ein, einen Einblick in ihre Recherchen, Zweifel und Hoffnungen zu geben, und fragt, wie man in einer krisengeschüttelten Welt solidarisch und widerständig bleiben kann.
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Sonntag, 15. November 2026
Rossstall I
17:00 Uhr - 18:00 Uhr
Robert Misik (*1966) lebt als Autor, Journalist, Theatermacher und Kurator in Wien. Er schreibt für verschiedenste deutschsprachige Zeitungen von taz über Falter, Woz bis NZZ. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, darunter Marx für Eilige, Genial dagegen, Die falschen Freunde der einfachen Leute und Das große Beginnergefühl. Moderne, Zeitgeist, Revolution. Er ist Träger des Österreichischen Staatspreises für Kulturpublizistik und des Preises für Wirtschaftspublizistik der John Maynard Keynes Gesellschaft. Seit Beginn der Intendanz von Milo Rau ist er auch Dramaturg verschiedener Produktionen der Wiener Festwochen.
Stand: Oktober 2026
Oliver Nachtwey ist Professor für Sozialstrukturanalyse an der Universität Basel und forscht zu gesellschaftlichen Modernisierungs- und Individualisierungsprozessen sowie zum Wandel der Arbeit. Er beschäftigt sich mit der Entwicklung sozialer Konflikte,mit Digitalisierung, Protesten und dem neuen Autoritarismus. Für sein Buch Die Abstiegsgesellschaft (2016) wurde er mehrfach ausgezeichnet. Gekränkte Freiheit. Aspekte des libertären Autoritarismus (2022, zusammen mit Carolin Amlinger) stand auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse. Zuletzt erschien Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus (2025, zusammen mit Carolin Amlinger), das mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet wurde und sowohl auf den Sachbuchbestenliste von Zeit/ Deutschlandfunk Kultur/ZDF als auch auf der Bestenliste von NZZ/Welt/WDR5/Ö1 auf Platz 1 stand.
Stand: Oktober 2026