Während drei Tagen im November steht die Buchwelt in Basel Kopf. Am internationalen Literaturfestival BuchBasel finden jährlich über 70 Veranstaltungen mit über 100 regionalen, nationalen und internationalen Gästen und rund 6'000 Besucher*innen ...
Karosh Taha: Gulistan
«Was weisst du von der Gewalt in den Menschen dort? Meine Vorstellung reicht nicht aus, um die Gewalt in den Menschen dort zu beschreiben. Ich spreche nur von Gulistan.» Gulistan ist eine Frau, die sich immer wieder der Ohnmacht entgegenstellt. Das zeigt sich spätestens als ihr Mann Çîya plötzlich verschwindet. Im Irak unter Diktator Saddam Hussein wird sie als Kurdin auf der Polizeistation verlacht und bedroht, als sie Çîya vermisst melden will. Geholfen wird ihr nicht. Also begibt sie sich allein auf eine Suche, die die Brutalität dieses Regimes offenbart. Als sie Çîya endlich findet, ist auch das keine Erleichterung. Er steht ihr in der Uniform des Diktators gegenüber, eingesetzt als sein Doppelgänger. Karosh Taha erzählt ungeschönt von den Unaussprechlichkeiten von Krieg und Folter. Dem entgegen stellt sie nicht nur eine Figur, in der der Widerstandswille wächst, sondern vor allem auch eine ganz eigene poetische Sprache, die neue Räume öffnet.
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Sonntag, 15. November 2026
Unionsaal
17:00 Uhr - 18:00 Uhr
Karosh Taha (*1987 in Zaxo, Kurdistan) floh als Kind mit ihrer Familie vor der Diktatur Saddam Husseins nach Deutschland. Sie hat Englisch und Geschichte an der Universität Duisburg-Essen sowie in Kansas/USA Anglistik studiert. Nach Beschreibung einer Krabbenwanderung und Im Bauch der Königin ist Gulistan ihr dritter Roman. Für ihr Werk erhielt Taha zahlreiche Stipendien und Preise, u. a. den Hohenemser Literaturpreis und die Alfred-Döblin-Medaille.
Stand: Oktober 2026
Tuğba Ayaz ist Reporterin und Moderatorin. Sie schreibt lange Lesestücke für verschiedene Magazine. Ihre Recherchen führten sie u.a. zu Jugendlichen im Limmattal, zu politisierten Frauen in der Türkei, zu gewaltbetroffenen Frauen in Zürich, zur verzweifelten Jugend in Südkorea, zu verhüllten Musliminnen in der Schweiz und zu Betroffenen rassistischer Gewalt in Deutschland. Für ihre Langzeitreportage Die Schweiz der Anderen wurde sie mit einem Swiss Press Award 2021 ausgezeichnet. Ihre Reportage Überleben in Deutschland war für den Deutschen Reporter:innenpreis 2024 nominiert und ihre Reportage Eine Sprache für den Schmerz für den Zürcher Journalistenpreis 2026. Sie moderiert und kuratiert ausserdem Literaturveranstaltungen. Und unterrichtet an der Zürcher Hochschule der Künste im Studiengang Kulturpublizistik journalistisches Schreiben.
Stand: Oktober 2026