Meister des Kontrapunkts

Ensemble HESPÈRION XXI | Jordi Savall – Diskantgambe | Leitung

Das Goldene Zeitalter des Gambenconsorts – Bevor das Streichquartett mit Instrumenten der Violinfamilie zur Königsgattung der Kammermusik wurde, herrschte in weiten Teilen Europas die Viola da gamba bzw. das mehrstimmige Gambenconsort. Die Anfänge dieser wichtigen instrumentalen Formation sind um 1500 nachzuweisen. Treiber der Entwicklung scheinen jüdische Musiker gewesen zu sein, die nach 1492 von der iberischen Halbinsel vertrieben wurden und in Italien sowie in nordalpinen Ländern ihr Unterkommen fanden. Bereits im frühen 16. Jahrhundert gelangte eine Gruppe dieser Spieler nach England an den Hof Heinrichs VIII. und entfaltete dort nachhaltige Wirkung. England wurde so zu einem Zentrum des Gambenspiels und vor allem des Consortrepertoires, das an Vielfältigkeit und kompositorischer Komplexität den Vergleich zum späteren Streichquartett nicht zu scheuen braucht.

Ausgehend von drei Instrumentengrössen (Diskant, Alt/Tenor, Bass) entstanden die vielfältigsten Kompositionen in unterschiedlichen Besetzungsgrössen und Genres. Dazu gehören frühe instrumentale Formen wie das Recercar, die Fantasie oder Tanzformen ebenso wie vokale Vorlagen aus dem geistlichen wie weltlichen Bereich, die für die Instrumente «intabuliert» wurden, oder als Ausgangsmaterial für rein instrumentale Werke Verwendung fanden. Der vorherrschende imitative Kontrapunkt (später lebte er vor allem in der «Fuge» weiter) bildete das Zentrum der Kompositionskunst.

Diese komplexen Zusammenhänge spiegeln sich im Consortprogramm von HESPÈRION XXI wider, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf den englischen Werken. Wir erleben einen Querschnitt dieser einzigartigen instrumentalen Kultur Europas, verdichtet in einem Programm von gut einer Stunde.

HESPÈRION XXI mit seinem Leiter Jordi Savall hat seinen Ursprung an der Schola Cantorum Basiliensis. Wir freuen uns, eines der berühmtesten Ensembles der Alten Musik mit seinem ebenso ikonischen Leiter nach langer Zeit wieder einmal in seiner früheren künstlerischen Heimat begrüssen zu dürfen.

Thomas Drescher

Ab 4 Jahren

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Ticketinformationen

6er-Abo

Einzelkarten sind auch erhältlich bei:
Bider & Tanner, Ihr Kulturhaus in Basel
Tel: 061 206 99 96
Aeschenvorstadt 2, Basel

Kulturbüro Gemeinde Riehen, Wettsteinstrasse 1, 4125 Riehen (keine tel. Kartenreservationen)
sowie an den üblichen Ticketcorner-Vorverkaufsstellen

Künstler:innen / Personen

Ensemble HESPÈRION XXI
Jordi Savall _ Diskantgambeund Leitung
Philippe Pierlot – Diskant- und Bassgambe
Lixsania Fernández – Tenorgambe
Lorenz Duftschmid – Bassgambe
Xavier Puertas _ Violone

Veranstalter:in

Freunde Alter Musik Basel

Die Freunde Alter Musik Basel (FAMB) wurden 1942 als Konzertverein von den Gründern der damals 9 Jahre alten Schola Cantorum Basiliensis (SCB), dem «Lehr- und Forschungsinstitut für Alte Musik», ins Leben gerufen. Die zentrale Figur war auch...

Details

Ort

Peterskirche Basel

0612645757
info@famb.ch
Peterskirchplatz 7
4051 Basel

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Öffnungszeiten:

Beschreibung:

Die Freunde Alter Musik Basel (FAMB) wurden 1942 als Konzertverein von den Gründern der damals 9 Jahre alten Schola Cantorum Basiliensis (SCB), dem «Lehr- und Forschungsinstitut für Alte Musik», ins Leben gerufen. Die zentrale Figur war auch hier Paul Sacher, der erkannt hatte, wie wichtig es ist, dass die Erkenntnisse der Forschungsarbeit in Aufführungen klanglich erprobt werden. Über Jahrzehnte haben sich in den Konzerten der FAMB einerseits Dozierende und Studierende der Schola Cantorum Basiliensis mit ihrer Arbeit auf dem Podium präsentiert, andererseits wurden die besten Musikerinnen und Musiker aus der Alte Musik-Szene Europas und Amerikas, darunter nicht selten ehemalige Absolventen der SCB, nach Basel eingeladen. Der Nutzen ist damit bis heute ein mehrfacher: Die Konzertreihe bietet ein breites Repertoire vom Mittelalter bis ins frühe 19. Jahrhundert auf höchstem Niveau vor einem Publikum, das aus Kennern und Liebhabern besteht, und die Studierenden lernen durch den Konzertbesuch oder sogar durch eigenes Mitwirken. Nicht zuletzt wird die Alte Musik einer breiteren Öffentlichkeit in der Stadt Basel und der Region nahegebracht. Mittlerweile dürfte die FAMB eine der ältesten Konzertreihen überhaupt im Bereich der Alten Musik sein.
Die Konzert-Programme mit den dazugehörigen Interpreten-Namen bieten einen kulturgeschichtlichen Überblick über die Entwicklung der Alten Musik und lesen sich wie ein «Who is who» durch die Generationen. Die Programme der ersten 50 Jahre FAMB (1942–1992) sind komplett aufgelistet in einer Festschrift «Alte Musik II – Konzert und Rezeption» (hrsg. von Veronika Gutmann, Winterthur 1992), die darüber hinaus Artikel von führenden Musikwissenschaftlern rund um die Thematik Alte Musik / Konzert enthält.

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