Ob als Comic, Graphic Novel, Reportage, Cartoon, Karikatur oder Trickfilm – Zeichnungen erzählen Geschichten. Als einziges Schweizer Museum und Kompetenzzentrum widmet sich das Cartoonmuseum Basel ausschliesslich der Kunst der narrativen ...
José Muñoz
Mit ihren in harten Schwarz-Weiss-Kontrasten gehaltenen Hardboiled-Storys um den Privatdetektiv und Ex-Polizisten Alack Sinner haben der aus Argentinien stammende Comiczeichner Muñoz und sein Landsmann, der Autor Carlos Sampayo (*1943), einen Meilenstein der Comicgeschichte geschaffen. Anfang der 1970er-Jahre nach Spanien emigriert, trifft der in Buenos Aires ausgebildete Muñoz in Barcelona auf Sampayo, der Argentinien ebenfalls aus politischen Gründen verlassen hat – das Land leidet zu dieser Zeit unter Militärdiktaturen.
Gemeinsam erschaffen sie den Antihelden Alack Sinner – «der Sünder» – der auf den ersten Blick alle Klischees seiner Zunft erfüllt: gewalttätig, melancholisch, einsam, dem Alkohol verfallen. Doch die 1975 gestartete, über Jahrzehnte fortgeführte Serie geht weit über die typischen Genregrenzen hinaus. Sie verwebt klassische Krimihandlung mit scharfer Gesellschaftskritik – etwa an Rassismus und Korruption – und nimmt Bezug auf politische Ereignisse wie den Vietnamkrieg oder die Anschläge vom 11. September.
Muñoz’ Zeichenstil ist kompromisslos: tiefes Schwarz-Weiss, weder Schraffuren noch Zwischentöne. Die Figuren changieren zwischen beinahe realistischer Darstellung und grotesker Karikatur – ein spannungsgeladenes Wechselspiel von Alptraum und Wirklichkeit.
Neben der Sinner-Reihe entstehen auch andere Werke wie «Joe’s Bar» und «Sophie Going South», die mit lakonischem Humor ernste Themen wie Rassismus, Kriminalität und Drogenprobleme behandeln. Spätere Arbeiten von Muñoz spiegeln seine Sehnsucht nach dem multikulturellen Lebensgefühl von Buenos Aires wider; feinfühlig erzählen sie von der Pampa, vom Tango und von seiner Liebe zum Jazz.
Die reichhaltige Retrospektive zeigt Originalzeichnungen aus den Comicklassikern, Vorstudien, Illustrationen, Porträts sowie aktuelle freie Arbeiten in Farbe – Werke eines Künstlers, der unter anderem mit dem renommierten Grand Prix des Comicfestivals in Angoulême ausgezeichnet wurde.
Vernissage: 27.3.2026, 18.30 Uhr
Pressegespräch: Donnerstag, 26.3.2026, 11 Uhr
Kuratorin: Anette Gehrig
zur Website der Veranstalter:in
Ab dem 28. März 2026
Bis zum 21. Juni 2026
11:00 Uhr - 17:00 Uhr
Cartoonmuseum Basel
St. Alban-Vorstadt 28
4052 Basel
+41 61 226 33 60
info@cartoonmuseum.ch
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 11:00 - 17:00
Zugänglichkeit:
Das Museum hat keinen Lift und ist deshalb nur im Erdgeschoss rollstuhlgängig